Leasing im Kosten-Check: Was Sie neben der Leasingrate zahlen müssen

Wer sich mit der Anschaffung eines neuen Autos beschäftigt, der hat eine Vielzahl von Fragen zu klären. Eine der wichtigsten ist die nach den Kosten. Wie bei einer Finanzierung fallen auch beim Leasing neben der monatlichen Rate Unterhaltskosten an, die einen Einfluss auf die Gesamtrechnung haben. Steuern und Versicherungen gehören ebenso dazu wie die Aufwendungen für Treibstoff und Verschleißteile. Auch Inspektionen und Reparaturen sowie TÜV-Gebühren müssen bei einer Kostenaufstellung berücksichtigt werden.

Einen nicht unerheblichen Beitrag zu den Gesamtkosten stellt aber auch der Wertverlust dar, der zum Zeitpunkt eines Fahrzeugkaufs nur geschätzt werden kann. Abschließend kann dieser wichtige Posten erst dann bewertet werden, wenn das Auto wieder verkauft wird. Hier haben Autofahrer, die sich für einen Leasingvertrag auf Kilometerbasis entschieden haben, einen klaren Vorteil. Für sie spielt es keine Rolle, welchen Preis der Händler am Ende der Vertragslaufzeit tatsächlich noch für das zurückgegebene Fahrzeug bekommt. Sie haben den kalkulierten Wertverlust bereits mit ihrer monatlichen Leasingrate ausgeglichen. Bei den anderen Kostenpunkten werden sie jedoch wie alle anderen Autofahrer zur Kasse gebeten.

Beispiel: Der VW Golf im Leasing-Kosten-Check

Der VW Golf ist das mit Abstand beliebteste Auto in Deutschland. Er eignet sich deshalb besonders gut, um die Kosten, die ein Auto verursacht, einmal etwas genauer zu betrachten.
Ausgesprochen beliebt bei den privaten Golfkäufern ist der 1.0 TSI Bluemotion mit 110 PS, Sechsgangschaltgetriebe und fünf Türen. Bei der Ausstattung steht meist die mittlere Version, die bei VW Comfortline heißt, auf der Bestellliste. In dieser Kombination verlangt Volkswagen für seinen Bestseller einen Listenpreis von 22.575 Euro. Als Grundlage für unsere Beispielrechnung dient außerdem ein Leasingvertrag mit einer Gesamtleistung von 45.000 Kilometern und einer Laufzeit von drei Jahren.

Die optionale Anzahlung

Beim Leasing sind bei entsprechender Bonität grundsätzlich Verträge ohne Anzahlung möglich. Um die monatlichen Raten niedrig zu halten, kann jedoch auch ein Modell mit Anzahlung gewählt werden. Die daraus resultierenden Unterschiede bei den Monatsraten für ein Fahrzeug in der Beispielkonfiguration sind durchaus beträchtlich. Anzahlungen können in verschiedener Höhe geleistet werden. Üblich sind Beträge zwischen 10 und 30% des Listenpreises.

Kosten für Überführung und Zulassung

Nicht unerhebliche Kosten entstehen dem Leasingnehmer durch die Überführung und die Zulassung seines neuen Autos. Bei manchen Modellen der automobilen Oberklasse werden dafür vierstellige Beträge in Rechnung gestellt. Für den Golf hat der ADAC durchschnittliche Kosten von 700 Euro ermittelt. Abhängig sind diese Kosten unter anderen von der Entfernung des Händlers zum Automobilwerk. Bei Volkswagen haben die Kunden jedoch alternativ die Möglichkeit, ihr neues Fahrzeug in der Autostadt Wolfsburg selbst abzuholen. Allerdings ist auch der Besuch im Werk nicht kostenlos. Für die Bereitstellung eines neuen Golf berechnet VW etwa 350 Euro.

Ein weiterer Kostenfaktor ist die Zulassung des Autos. Da es für diesen Verwaltungsakt keine bundeseinheitliche Gebührenordnung gibt, sind die exakten Kosten nur bei der Zulassungsstelle des zuständigen Straßenverkehrsamtes zu erfahren. Inklusive der Kennzeichen muss aber mit Kosten in Höhe von bis zu 100 Euro gerechnet werden.

Leasingraten abhängig von Modell, Laufzeit und Kilometerleistung

Neben den einmaligen Aufwendungen für Anzahlung, Überführung und Zulassung fallen natürlich laufende Kosten an. Die monatlichen Leasingraten sind dabei der größte Posten. Die Höhe der Miete ist abhängig vom Modell, von der Kilometerleistung und der Laufzeit des Vertrags. Grundsätzlich können alle Leasingverträge individuell auf die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden. Ein typisches Leasingmodell für Privatpersonen sieht eine Laufzeit von 36 Monaten und eine Gesamtfahrleistung von 45.000 Kilometern vor – das entspricht jährlich 15.000 Kilometer.

Maßgeblich für die Höhe der Leasingrate ist die Frage der Anzahlung. Wird zu Beginn des Vertrags keine Sonderzahlung geleistet, fällt die monatliche Miete entsprechend höher aus. Für den VW Golf aus unserem Beispiel bedeutet dies, dass bei einer Anzahlung in Höhe von 20% die monatliche Leasingrate etwa 200 Euro beträgt. Wird auf die Anzahlung ganz verzichtet, sind zirka 330 Euro pro Monat zu zahlen. Dazu können noch Zuschläge für eine Versicherung kommen, die unter bestimmten Umständen die Zahlung der Raten übernimmt, wenn der Leasingnehmer dazu nicht mehr in der Lage ist. Bei einer Leasingrate von 200 Euro beträgt dieser Aufschlag etwa 5 Euro pro Monat.

KFZ-Steuern

Die Höhe der KFZ-Steuer ist abhängig von der Motorart, den CO2-Emissionen und dem Hubraum des Motors. Bei einem Hubraum von 999 cm³ und einem CO2-Ausstoß von 109 g/km bedeutet dies für den Benziner VW Golf 1.0 TSI Bluemotion eine jährlich zu entrichtende KFZ-Steuer von 48 Euro. Bei ansonsten gleichen Werten würde die Steuer für einen Dieselmotor 123 Euro betragen.

KFZ-Versicherungen

Bei der Versicherung eines Leasingfahrzeugs sind verschiedene Besonderheiten zu beachten. Als Leasingnehmer sind Sie nicht Eigentümer, sondern Mieter des Fahrzeugs. Als solcher besteht die Verpflichtung, neben der obligatorischen Haftpflichtversicherung auch eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Diese übernimmt nach einem selbstverschuldeten Unfall die Reparaturen am eigenen Fahrzeug.

Nicht abgedeckt von der Vollkaskoversicherung ist die Wertminderung durch einen Unfall. Die Differenz zwischen dem Wert eines unfallfreien und eines Unfallfahrzeugs muss aber vom Leasingnehmer ausgeglichen werden. Um auch dieses Risiko abzudecken, empfiehlt sich der Abschluss einer GAP-Versicherung. Vielfach ist diese in den Leasingverträgen verpflichtend vorgeschrieben.

Bei den Prämien für eine KFZ-Versicherung sind erhebliche Unterschiede festzustellen. Die Höhe der Beiträge ist neben dem Ort der Zulassung und der Typenklasse von zahlreichen weiteren Faktoren abhängig. Besonderen Einfluss auf die Kosten der Versicherung hat die persönliche Schadensfreiheitsklasse des Fahrers. Die einschlägigen Vergleichsportale weisen für den Beispielgolf und einen Fahrer aus Düsseldorf mit Schadensfreiheitsklasse 10 Versicherungsbeiträge inklusive GAP-Abdeckung ab 750 Euro pro Jahr aus. Im individuellen Einzelfall können diese Angaben sowohl nach oben wie auch nach unten erheblich abweichen. In jedem Fall sollten vor der Zulassung die Angebote der verschiedenen Versicherer eingehend geprüft werden.

Inspektionen und Wartung

Leasingnehmer sollten grundsätzlich die Vorgaben des Herstellers zu den Inspektions- und Wartungsintervallen genau beachten. Wird auf die regelmäßige Kontrolle und Pflege verzichtet, kann dies zu gravierenden Problemen bei der Rückgabe des Fahrzeugs führen. Bei einer Gesamtrechnung dürfen diese Kosten deshalb auf keinen Fall fehlen. Nach Berechnungen des ADAC fallen für einen VW Golf 1.0 TSI durchschnittliche Kosten von etwa 460 Euro pro Jahr an. In diesen Werkstattkosten sind alle Aufwendungen für Wartungsarbeiten und Verschleißteile enthalten. Nicht berücksichtigt wurden dagegen die Kosten für Reifen.

Nur bei Leasingübernahmen: Kosten für die Vertragsumschreibung

Entscheiden Sie sich gegen ein Neufahrzeug, sondern dafür, in einen bestehenden Leasingvertrag einzusteigen, so entstehen Kosten für die Umschreibung des Vertrages. Wie hoch diese im Einzelfall sind, hängt von der Marke und der Leasinggesellschaft ab. Durch diese Gebühren soll nicht nur der Verwaltungsaufwand honoriert, sondern auch der Wertverlust ausgeglichen werden, der durch den zusätzlichen Eintrag in den Fahrzeugbrief entsteht.

In der Regel trägt die Kosten der Übertragung der neue Leasingnehmer. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, diese Kosten zwischen den Vertragsparteien aufzuteilen. Bei Volkswagen betragen die Gebühren für die Umschreibung eines privaten Leasingvertrags zirka 450 Euro.

Fazit: Nebenkosten auch beim Leasing beachten

Bei der Betrachtung der Fahrzeugkosten sollte also nicht nur die Leasingrate im Fokus stehen, sondern eine Gesamtrechnung aufgestellt werden. So haben Sie die Möglichkeit, die Wahl des passenden Modells an Ihre finanziellen Möglichkeiten anzupassen und unliebsame Überraschungen bei den monatlich aufzubringenden Kosten zu vermeiden.