Leasing vs. Finanzierung vs. Barkauf: Auto leasen oder kaufen? Wann lohnt sich was?

Wenn die Anschaffung eines neuen Pkw ansteht, gibt es natürlich eine Menge zu klären. Dann geht es um die Marke und das Modell, die richtige Motorisierung, aber auch die passende Ausstattung. Der nächste Schritt ist ein Besuch im Autohaus oder ein Blick ins Internet – Preise vergleichen. Spätestens an dieser Stelle steht die Frage im Raum, wie der Wunsch vom Traumwagen möglichst günstig realisiert werden kann. Eine Entscheidung muss getroffen werden: Auto kaufen, finanzieren oder leasen? Doch wann lohnt sich was?

Die richtige Art der Auto-Anschaffung ist eine Typfrage

Auto-Interessierten bieten sich mehrere Wege zum neuen Wagen. Welche Art der Anschaffung in der persönlichen Situation die meisten Vorteile hat, bedarf einer individuellen Analyse.

Zunächst einmal kommt es darauf an, welchen Stellenwert das Thema Auto für Sie hat. Sind Sie eher der Typ, der immer in einem aktuellen Modell unterwegs sein möchte und daher regelmäßig sein Fahrzeug wechselt? Oder haben Sie ein spezielles Auto ins Auge gefasst, das Sie dauerhaft die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte begleiten soll? Wie steht es um Ihre Finanzen? Verfügen Sie über hohe Ersparnisse oder können Sie für Ihren Neuen lediglich auf einen Teil Ihres monatlichen Einkommens zurückgreifen? In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Vor- und Nachteile des Leasings, der Finanzierung und des Barkaufs und wie Sie die richtige Wahl treffen.

infografik leasing finanzierung kauf

Autokauf: Direktes Eigentum mit hohen Rabatten

Sie planen, Ihr neues Auto über einen längeren Zeitraum zu behalten und verfügen über die finanziellen Mittel, es direkt in voller Summe zu bezahlen? Dann sollten Sie die Variante Barkauf in Betracht ziehen.

Warum? Beim direkten Autokauf profitieren Sie in der Regel von hohen Rabatten, die Autohäuser in diesem Fall gewähren. Die Nachlässe können nicht selten 10 bis 20 Prozent betragen. Der Grund ist ganz einfach: Entgegen der beiden Optionen Finanzierung oder Leasing entzieht sich der Händler beim Barkauf dem Risiko eines möglichen Zahlungsausfalls auf Kundenseite. Das Geld wird direkt in voller Summe auf den Tisch gelegt. Hierfür zeigt sich der Verkäufer gerne erkenntlich und senkt den Fahrzeugpreis zugunsten des Käufers.

Darüber hinaus bildet der Barkauf eine sehr gute Verhandlungsgrundlage, wenn es um attraktive Extras geht, wie zum Beispiel eine zusätzliche Ausstattung oder die Übernahme der Zulassung und der damit verbundenen Kosten. Selbst wer nicht das entsprechende Kapital besitzt, kann problemlos die Vorteile des Barkaufs genießen. Die Lösung: Die Aufnahme eines fremden Bank-Kredits, der dann – ähnlich wie bei einer Finanzierung – in monatlichen Raten abbezahlt wird.

Wichtig: Bei einem Barkauf tätigen Sie eine große Investition. Das heißt, für den Autokauf geht viel Kapital auf einen Schlag verloren. Das Risiko, sich zu verschulden, sollte nicht unterschätzt werden. Vor allem Personen, die mehrere Kredite gleichzeitig bedienen müssen (Wohnungskauf, Traumurlaub etc.), sollten unbedingt darauf achten, nicht in die Schuldenfalle zu tappen.

Auto-Finanzierung: Per Ratenkauf zum eigenen Auto

Eine weitere Variante, um sich den Traum vom neuen Pkw zu erfüllen, ist die der Auto-Finanzierung. Möchten Sie ein Fahrzeug Ihr Eigen nennen, können dies aber nicht direkt bezahlen, ist ein Ratenkauf empfehlenswert. Bei der Finanzierung stehen Ihnen verschiedene Optionen zur Verfügung:

  • Finanzierung über die Herstellerbank
  • Aufnahme eines Autokredits bei der Hausbank
  • 3-Wege-Finanzierung

Finanzierung über die Herstellerbank

Bei einer Finanzierung über die Auto-Bank des jeweiligen Herstellers erhalten Käufer nicht selten Kredite mit attraktiven Zinssätzen von nur 1,0 % oder sogar weniger. Was zunächst verlockend klingt, muss aber nicht unbedingt der günstigste Weg zum eigenen Wunschfahrzeug sein. In der Regel wird zudem eine Anzahlung oder Schlussrate (auch Ballonfinanzierung genannt) verlangt, auch die Laufzeiten sind häufig nicht individuell vereinbar.

Aufnahme eines Autokredits bei der Hausbank

Eine andere Möglichkeit der Autofinanzierung ist die Aufnahme eines Autokredits bei der eigenen Hausbank. Der große Vorteil hierbei: Im Autohaus können Sie als Barkäufer auftreten und somit attraktive Rabatte aushandeln, die Ihnen bei einer Finanzierung über die Herstellerbank höchstwahrscheinlich verwehrt bleiben. Folglich finanzieren Sie nicht den gesamten Listenpreis des Fahrzeugs, sondern lediglich den vom Händler rabattierten Betrag. Auch wenn die Zinsen womöglich höher sind als bei den Auto-Banken selbst, erhalten Sie Ihr Wunschfahrzeug auf diese Weise in den meisten Fällen günstiger.

3-Wege-Finanzierung

Bei der 3-Wege-Finanzierung wird der Kaufpreis des Autos idealtypisch in drei Schritten beglichen:

  • Anzahlung
  • Zahlung von monatlichen Finanzierungs-Raten
  • Schlussrate, die direkt beglichen oder in eine weitere Finanzierung umgewandelt wird

Die 3-Wege-Finanzierung beinhaltet eine optionale Anzahlung, die zu Beginn individuell mit dem Autohändler vereinbart werden kann. Anschließend muss die Dauer der Ratenzahlung festgelegt werden. Als nächstes schätzt der Händler den Restwert des Autos nach Ende der Raten-Laufzeit. Hierfür gibt der Käufer auch die ungefähre Kilometerzahl an, die er voraussichtlich während der Vertragsdauer zurücklegen wird. Der ermittelte Restwert stellt gleichzeitig die Schlussrate dar, die somit in der Regel wesentlich höher ausfällt als bei der klassischen Finanzierungsform, bei der ein Großteil des Fahrzeugpreises über die monatlichen Raten abgedeckt wird. Nach Zahlung der Schlussrate (auch Ballonrate) ist das Auto dann Eigentum des Finanzierenden. Kann dieser die aufgerufene Endrate nicht auf einen Schlag bezahlen bzw. hat er keine Rücklagen gebildet, besteht die Möglichkeit einer Anschluss-Finanzierung. Hierbei wird der Auto-Restwert ebenfalls in Form von Raten beglichen. Die Nachfinanzierung ist jedoch meist mit erhöhten Zinsen verbunden und kommt dem Käufer damit teuer zu stehen.

Wichtig: Entscheiden Sie sich für die 3-Wege-Finanzierung, sollten Sie genügend finanzielle Reserven besitzen, um die anstehende Schlussrate direkt stemmen zu können.

Für Unentschlossene: Fahrzeugrückgabe bei der 3-Wege-Finanzierung

Ein großer Vorteil der 3-Wege-Finanzierung – und damit auch der entscheidende Unterschied zur „normalen“ Autofinanzierung – besteht darin, dass das Fahrzeug vor Zahlung der Schlussrate wieder zurückgegeben werden kann. Hierbei prüft der Händler jedoch, ob das Fahrzeug tatsächlich den zu Finanzierungsbeginn ermittelten Restwert besitzt. Weicht dieser zum Beispiel aufgrund von starken Gebrauchsspuren oder hohem Verschleiß ab, zahlt der Kunde die Differenz zwischen aktuellem Markt- und zuvor vereinbartem Restwert. Auch die zurückgelegten Kilometer werden der Prüfung des Restwerts zugrunde gelegt. Wer mehr als die zu Vertragsbeginn angegebene Kilometerzahl zurückgelegt hat, muss diese übermäßige Nutzung ebenfalls finanziell ausgleichen.

Wichtig: Beachten Sie, dass sich der Kauf oder die Finanzierung eines Autos nur dann wirtschaftlich auszahlt, wenn die Haltedauer des Fahrzeugs fünf bis sieben Jahre nicht unterschreitet. Ausnahmen bilden hier Modelle mit hoher Wertbeständigkeit. Wird der Wagen vorzeitig verkauft, handelt es sich in den meisten Fällen um ein Minusgeschäft. In der Regel ist zu erwarten, dass das Auto bereits im ersten Jahr circa ein Viertel des Neupreises verliert, im dritten Jahr ist es sogar nur noch die Hälfte wert.

Auto-Leasing: Für alle, die beim Thema Auto flexibel bleiben möchten

Sie möchten Ihren Wagen regelmäßig wechseln und haben gar kein Interesse daran, Auto-Eigentümer zu werden? Bei der Vielfalt an Fahrzeugen auf dem Markt können Sie sich kaum entscheiden? Wer sich nicht lange an ein Modell binden und dem Risiko der Wertminderung entgehen möchte, der sollte sich näher mit der Option Leasing auseinandersetzen.

Auch in steuerlicher Hinsicht kann das Fahrzeugleasing sehr attraktiv sein. Das gilt jedoch nur für Unternehmen und Gewerbetreibende. Hier ist die Frage, ob Leasing oder Kauf, in der Regel schnell beantwortet. Aufgrund zahlreicher steuerlicher und bilanztechnischer Vorteile fällt die Wahl bei Firmenwagen meist auf das Leasing. Die günstigen monatlichen Raten und eine geringe Anzahlung belasten das Firmenkonto weitaus weniger als eine einmalige große Investition. Beim Barkauf wird der hohe Kaufpreis sofort fällig, kann aber nur über einen längeren Zeitraum hinweg abgeschrieben werden. Die monatlichen Leasingraten sind dagegen in voller Höhe absetzbar und vermindern so kontinuierlich die Steuerlast. Außerdem bleibt die Liquidität des Unternehmens erhalten, da bei der Übernahme des Leasingfahrzeugs nur eine geringe oder gar keine Anzahlung zu leisten ist.

firmenleasing infografik

Doch nicht nur Firmen und Selbstständige können beim Leasing profitieren, auch für Privatpersonen stellt es eine attraktive Alternative zur Finanzierung und zum Barkauf dar.

Mehr Auto für weniger Geld dank Leasing

Das Fahrzeug-Leasing kann sich in vielerlei Hinsicht lohnen. Voraussetzung ist stets, dass kein Auto-Eigentum angestrebt wird. Schon bei der Bestellung des neuen Wagens zeigen sich die Vorzüge. Die Aufpreislisten von Neuwagen enthalten nämlich so manche Zusatzausstattung, die das automobile Leben besonders angenehm macht. Schnell summieren sich diese Sonderwünsche jedoch zu einem ansehnlichen Betrag. Muss dieser Gesamtbetrag dann auch noch finanziert werden, erreichen die monatlichen Kreditraten im Handumdrehen ungeahnte Höhen.

Beim Leasing hingegen wird lediglich der Wertverlust während der Nutzungsdauer berechnet. Dies führt dazu, dass bei gleicher Ausstattung die Leasingrate in der Regel erheblich niedriger ausfällt als eine entsprechende Kreditrate. So erhalten Sie beim Leasing deutlich mehr Auto für Ihr Geld. Hinzu kommt, dass bei der Recherche im Internet immer wieder interessante Leasing-Sonderaktionen zu finden sind, mit denen sich eine Menge sparen lässt. So geraten auch Autos in den Fokus, die normalerweise außerhalb des finanziellen Spielraums liegen.

Neuzustand der Leasingfahrzeuge und kurze Vertragslaufzeiten schützen vor hohen Reparaturkosten

Zudem kann der Leasingnehmer frei entscheiden, wie lange er den Wagen leasen möchte. Die Vertragslaufzeiten liegen üblicherweise bei 12 bis 60 Monaten. Für wen Flexibilität im Vordergrund steht und wer gerne regelmäßig auf ein anderes Modell umsteigen möchte, der ist beim Leasing also genau richtig aufgehoben.

Stets in einem aktuellen Modell unterwegs zu sein, hat nicht nur Imagevorteile, sondern mindert auch das Risiko kostspieliger Reparaturen. Lästige und teure Werkstattaufenthalte werden mit zunehmendem Alter eines Autos immer häufiger. Bei Neuwagen treten zumeist seltener technische Probleme auf als bei älteren Fahrzeugen. Das Risiko von Pannen und längeren Nutzungsausfällen ist bei Gebrauchtwagen weitaus höher als bei Autos, die erst seit kurzer Zeit auf der Straße sind. Tritt bei einem jüngeren Fahrzeug ein Mangel auf, so wird dieser nicht selten im Rahmen der Gewähr- und Garantieleistungen behoben. Viele Hersteller geben bereits generell eine mehrjährige Garantie auf ihre Neufahrzeuge. Bei einer typischen Leasing-Vertragslaufzeit von 36 Monaten ist das Reparaturkostenrisiko deshalb recht gering.

Wichtig: Da das Leasingfahrzeug Eigentum des Leasinggebers ist, entscheidet dieser auch, wo das Auto im Schadensfall repariert wird. Meist handelt es sich dabei um Herstellerwerkstätten. Reparaturen, die nicht unter die Garantiebestimmungen fallen (zum Beispiel in Folge eines selbstverschuldeten Unfalls), sind vom Leasingnehmer zu tragen und können daher je nach Schadensumfang kostspielig werden.

Zudem finden sich auch sogenannte All-inclusive oder Full-Service-Leasingangebote, die neben der Garantie die Wartung, also Inspektionen und TÜV-Besuche, sowie Versicherungskosten, die Zulassung und Kfz-Steuer bereits in der Rate inkludieren. Beim Vergleich Leasing, Finanzierung oder Barkauf ist auch dieser Aspekt von Bedeutung.

Beim Leasing spielt die Wertminderung keine Rolle

Da Sie beim Leasing nicht zum Eigentümer des Fahrzeugs werden, sondern dieses nach der vertraglich vereinbarten Mietdauer zurückgeben, müssen Sie sich nicht um den stressigen Verkauf des Wagens kümmern. Unkalkulierbare Risiken aufgrund einer veränderten Marktlage und damit einhergehende nicht vorhersehbare Wertminderungen sind somit nicht Ihre Sache. Sollte etwa der Wert von Dieselfahrzeugen aufgrund verschärfter Umweltschutzvorschriften und drohender Fahrverbote drastisch sinken, so hat die Leasinggesellschaft, nicht aber der Mieter die Folgen zu tragen. Dies gilt insbesondere für das empfohlene Kilometerleasing, bei dem im Vertrag eine individuelle Kilometerleistung für die gesamte Mietdauer festgelegt wird. Selbst wenn diese am Ende überschritten wird, weiß der Leasingnehmer genau, welche Kosten auf ihn zukommen. Für die zusätzliche Leistung wird beim Kilometerleasing eine Pauschale für Mehr- und Minderkilometer berechnet, die im Leasingvertrag festgehalten ist.

Übrigens: Nach Ablauf der Leasing-Laufzeit muss das Fahrzeug in einem vertragsgerechten Zustand zurückgegeben werden. Gebrauchsspuren, die über das festgelegte Maß hinausgehen, muss der Leasingnehmer finanziell ausgleichen. Je nach Umfang der Mängel können hier zusätzliche, unkalkulierbare Kosten entstehen. Wir empfehlen daher, einen Blick auf unsere Tipps zur Leasingrückgabe zu werfen.

Sollte es zu persönlichen Problemen kommen, die es Ihnen unmöglich machen, die Vertragsbedingungen zu erfüllen, besteht die Möglichkeit, das Fahrzeug vorzeitig im Rahmen einer Leasingübernahme abzugeben. Dabei übernimmt in Absprache mit dem Leasinggeber ein neuer Kunde die Verbindlichkeiten und bekommt dafür die Rechte an der Nutzung des Autos zugesprochen. Auf diese Weise werden Sie als Fahrzeugmieter aus dem Vertrag entlassen und sind so frei von weiteren Verpflichtungen.

Wichtig: Eine vorzeitige Kündigung des Leasingvertrags ist in der Regel nicht zulässig.

Mehr über die Vor- und Nachteile des Leasings erfahren Sie auch in unserer YouTube-Reihe „Leasing einfach erklärt“.

Fazit: Leasing, Finanzierung oder Barkauf? Die Qual der Wahl

Die Anschaffung eines neuen Autos ist keine Entscheidung, die von heute auf morgen getroffen wird. Neben der Wahl des richtigen Modells stellt sich auch die Frage nach der passenden Finanzierungsform. Leasing, Finanzierung, Barkauf – der ideale Weg zum nächsten Pkw ist natürlich von den persönlichen Vorlieben und den eigenen finanziellen Möglichkeiten abhängig. Wer sich lange an ein bestimmtes Fahrzeug binden möchte, wählt die Finanzierung oder den Barkauf. Für Fahrer, die am liebsten jedes Jahr ihr Auto wechseln möchten, stellt das Kfz-Leasing eine äußerst attraktive Alternative dar. Ist die notwendige Bonität vorhanden, die auch beim Leasing zuvor von der Bank geprüft wird, dann spricht nichts dagegen, statt der Finanzierung oder des klassischen Autokaufs, einfach mal ein Leasing-Modell zu wählen.

LeasingMarkt.de Deals