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wasserpfuetze unter pkw

Kondenswasser aus der Klimaanlage: Feuchtigkeit unter dem Auto vermeiden

Feuchtigkeit unter dem Auto – absolut gängig oder ein Grund zur Sorge? Was steckt dahinter? Eine plötzlich auftretende Wasseransammlung unterhalb der Motorhaube kann viele verschiedene Ursachen haben. Oft besteht jedoch kein Grund zur Sorge – insbesondere dann, wenn es sich um Kondenswasser aus der Klimaanlage handelt. Erfahren Sie im folgenden Artikel, woran Sie Kondenswasser erkennen können, wodurch Wasserflecken unter dem Auto entstehen und wie Sie diese vermeiden. 

Warum tritt Kondenswasser aus der Klimaanlage aus?

Nicht selten kommt es vor, dass Fahrzeugbesitzer gerade in den warmen Sommermonaten Feuchtigkeit unter ihrem Auto bemerken. Wird nämlich bei hohen Außentemperaturen die Luft im Pkw heruntergekühlt, entsteht Kondenswasser bzw. Kondensat an den kalten Leitungen und am Verdampfer der Auto-Klimaanlage. Diese kann nach dem Abstellen des Fahrzeugs austreten. Je höher also die Temperatur und die Feuchtigkeit der Umgebungsluft, desto mehr Wasser tropft unter dem Fahrzeug. Damit das kondensierte Wasser problemlos ablaufen kann und sich nicht im Innenraum des Pkw ansammelt, befindet sich am Klimagerät ein Kondensatschlauch – auch bekannt als Ablassschlauch. Der Ablauf für die Klimaanlage ist meist rechts oder links unter der Motorhaube angebracht.

feuchtigkeit unter dem auto
Warme Luft kann viel Feuchtigkeit aufnehmen. Wird die Luft heruntergekühlt, entsteht Kondenswasser (Quelle: Shutterstock/Serrgey908Ft)

Wie heißt die Flüssigkeit in der Klimaanlage?

Die Flüssigkeit in der Klimaanlage, die für die Kälteübertragung sorgt, nennt sich Kältemittel. Die Flüssigkeit, die sich unter dem Auto bilden kann, ist jedoch Kondenswasser. Sie ist geruchslos und durchsichtig – eben wie Wasser

Tipp: In unserem Artikel „Klimaanlage oder Klimaautomatik“ verraten wir Ihnen, wie eine Auto-Klimaanlage funktioniert.

Klimaanlage verliert Kondenswasser – ist das gefährlich?

Das Kondenswasser unter dem Pkw ist unbedenklich, da es lediglich aus Wasser besteht. Es ist die einzige Flüssigkeit, die bei einem Auto austreten darf und sogar technisch so gewollt ist. Ist jedoch der Kühlerschlauch am Kühlsystem undicht, kann zusätzlich Kältemittel austreten.

Wichtig: Auto-Klimaanlagen sollten sowohl im Sommer als auch im Winter mehrmals in Betrieb genommen werden. Ansonsten können Korrosion oder Schäden am Klimakompressor entstehen, die eine Schimmelbildung durch Feuchtigkeit begünstigen.

Doch nicht nur die Schläuche des Kühlsystems können undicht werden. Auch der Kühler selbst kann mit der Zeit verschleißen, wodurch Kältemittel unterhalb des Fahrzeugs austreten kann. Diese Flüssigkeit ist in der Regel eingefärbt und zeigt eine dünnflüssige Konsistenz. Ist das der Fall, sollten Sie eine Kfz-Werkstatt aufsuchen. Denn das Kühlsystem ist nicht nur für die kühle Luft im Innenraum zuständig, sondern auch für die Temperaturregelung im Motorraum. Der Kühler hält den Motor permanent auf der optimalen Betriebstemperatur. Wird der Automotor also zu heiß, weil durch die undichte Stelle zu wenig Kältemittel vorhanden ist, können Sie unter Umständen mit dem Fahrzeug liegen bleiben. Wird der Schaden zu spät entdeckt, kann sogar ein Motorschaden entstehen.

Gut zu wissen: Ein Marderbiss am Kühlwasserschlauch kann unmittelbare und langfristige Folgen mit sich bringen. Wir verraten Ihnen, wie Sie sich vor solchen Beschädigungen durch Marder am Auto schützen können.

Kondenswasser Flecken vermeiden – das ist zu tun

Wer Kondenswasser unter dem Auto verhindern möchte, sollte die Klimaanlage bereits ein paar Minuten vor Ankunft abschalten. Dadurch kann der Kondensator schon während der Fahrt durch die vorbeiströmende warme Luft trocknen, wodurch das Auslaufen von Kondenswasser vermieden werden kann.

Übrigens: Mit Wasserstoff angetriebene Fahrzeuge verlieren ebenfalls häufig Wasser, jedoch aus dem Auspuff.

Welche Flüssigkeiten können noch austreten?

Neben dem Kondens- und Kühlwasser können auch noch weitere Flüssigkeiten aus verschiedenen Fahrzeugbauteilen austreten. Das kann zum Beispiel Bremsflüssigkeit, Motoröl oder Treibstoff sein. Je nach Art der Flüssigkeit müssen Sie unterschiedlich handeln.

Scheibenwischwasser und Bremsflüssigkeit

Austretendes Scheibenwischwasser, das zur Reinigung der Windschutzscheibe dient, können Sie relativ leicht erkennen. Vor allem dann, wenn dem Wischwasser Frostschutz beigemischt wurde. Das tropfende Wasser hat dann einen alkoholischen Geruch und ist je nach Zusatz blau oder grün eingefärbt.

frostschutz in scheibenwischwasser
Wenn Scheibenwischwasser ausläuft, könnte beispielsweise der Wischwasserbehälter defekt sein (Quelle: Shutterstock/Setta Sornnoi)

Bremsflüssigkeiten riechen ähnlich wie Benzin und können grünlich schimmern. Diese Flüssigkeit sollten Sie jedoch in keinem Fall mit bloßen Händen berühren, da sie giftig ist. Erkennen Sie unter dem Fahrzeug eine Ansammlung von Bremsflüssigkeit, sollten Sie den Wagen bestenfalls nicht mehr bewegen. 

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Austretende Bremsflüssigkeit erkennen Sie an der grünlich schimmernden Farbe (Quelle: Shutterstock/Kristi Blokhin)

Vereinbaren Sie schnellstmöglich einen Termin in einer Kfz-Werkstatt, da der Verlust der Bremsflüssigkeit ein Anzeichen für einen Motorschaden sein kann. Ist der Schaden nicht schwerwiegend oder schon andere Fahrzeugbauteile betroffen, ist oft noch eine Reparatur des Motors möglich. 

Benzin, Diesel und Öl

Jeder kennt den typischen Geruch von Benzin an der Tankstelle – so ist es auch, wenn Treibstoff austritt und sich unter dem Auto sammelt. Diese durchsichtige Flüssigkeit verdunstet zwar relativ schnell, kann jedoch bei einer unerheblichen Menge zur Bildung von brennbaren Gasen führen. Seien Sie daher stets vorsichtig und verständigen Sie bei einer größeren Menge an Treibstoff unter Ihrem Fahrzeug die Feuerwehr, die sich um die Beseitigung der Benzin-Lache kümmert. Dasselbe gilt bei Diesel.

Austretendes Motoröl ist geruchsneutral und lässt sich lediglich an der öligen sowie schmierigen Konsistenz erkennen. Auch hierbei gilt: Auto stehen lassen, gegebenenfalls die Feuerwehr kontaktieren und das Fahrzeug in eine Kfz-Werkstatt bringen. 

Gut zu wissen: Ist ein niedriger Motoröl-Stand vorhanden, leuchtet im Armaturenbrett des Fahrzeugs die Symbolleuchte mit einer Ölkanne rot auf. Lassen Sie diesen von einem Fachbetrieb prüfen und gegebenenfalls nachfüllen.

Fazit: Bei Kondenswasser unter dem Auto besteht kein Grund zur Sorge

Wenn sich plötzlich Kondenswasser unter dem Auto ansammelt, müssen Sie sich in der Regel keine Sorgen machen. Andere Flüssigkeiten können hingegen auf einen Defekt am Fahrzeug hinweisen. Ein Blick unter das Auto oder ein Besuch in einer Kfz-Werkstatt schadet im Zweifel nie. So können Beschädigungen schnell lokalisiert werden.

Laura

Laura weiß, wo es langgeht. Autos verbindet sie vor allem mit Freiheit und langen Roadtrips. Wann die Spritpreise am günstigsten sind, wo der Linksverkehr gilt und warum die Deutschen eindeutig die besten Autofahrer sind, hat Laura auf ihren Reisen nur zu gut kennengelernt. Dank diverser Leasingfahrzeuge, etlichen Mietautos und ihrem treuen Gebrauchtwagen weiß sie die Vorzüge so einiger Modelle zu schätzen. Im LeasingMarkt.de Magazin vereint sie ihre Leidenschaft für das Schreiben und Autofahren.

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